Zurück von der Insel wo der Pfeffer wächst

•Januar 2, 2017 • Schreibe einen Kommentar

Ein neues Jahr hat begonnen, was wird es bringen?

Ich jedenfalls bin wieder da. Drei abenteuerliche Wochen im Nordosten der Insel Madagaskar liegen hinter mir. Meine Seele schwebt noch etwas zwischen den Kontinenten, will nicht so recht ankommen in der Kälte des Winters.

Stets auf’s Neue fasziniert mich das einfache Leben, die Fröhlichkeit der armen Bevölkerung. Die Erdfarben ziehen mich magisch an, Gerüche nach Kräutern und Gewürzen und vor allem der Duft der Vanille. Die Gelassenheit und Ruhe der Menschen lässt mich selber wieder ruhig werden und lehrt mich die Dinge so anzunehmen wie sie kommen.

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Ich war ein paar Tage unterwegs in einem abgelegenen Dorf im Hinterland. Die Gastfreunschaft welche ich geniessen durfte, werde ich nie vergessen. Eine einfache Holzhütte ohne fliessendes Wasser und ohne Strom war meine Behausung  ( ich kam mir vor wie ein Entdecker aus vergangenen Tagen), zu Essen bekam ich bei herzlichen Leuten im Dorf. Die Reisernte stand an und ich wurde eingeladen mitzuhelfen. Nie hätte ich gedacht, in welch mühsamer Handarbeit dies hier praktiziert wird. Mit kleinen handgeschmiedeten Klingen wird jede Ähre unterhalb der Reiskörner abgeschnitten und dies in einem Tempo dass ich mir recht ungeschickt vorkam.

Den täglichen Reis der mir gekocht wurde habe ich danach mit grossem Respekt gegessen.

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Mittagessen nach der Ernte

Aus Reis Reismehl herzustellen war eine weitere Herausforderung für mich. Zuerst wurde der Reis in lauwarmem Wasser kurz eingeweicht und gewaschen. Nach dem Abtropfen haben wir ihn in eine grosse Holzschale gegeben und gemörsert. Eine äusserst anstrengende Arbeit da der Mörser aus Tropenholz gewaltig schwer ist.

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Es wurde wunderbares, sehr feines Mehl daraus. Aus diesem haben wir am nächsten Tag Mofo gasy hergestellt, Reisküchlein welche die Menschen hier sehr gerne zum Frühstück essen.

Wie bei meinem letzten Besuch in Madagaskar habe ich wieder aus gesammeltem Geld madagassische Schulbücher bestellt, um sie in abgelegenen Orten den Schulen zu schenken. Die Lehrer haben dort kaum Unterrichtsmaterial, keine Bücher mit Geschichten um das Lesen zu fördern.

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75 Kinder in einem einzigen Klassenraum…unglaublich! Mit den Büchern haben wir eine grosse Freude bereitet.

Liebe Grüsse in die Welt

Andrea

 

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Gut Ding will Weile haben

•November 9, 2016 • Schreibe einen Kommentar

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, endlich plane ich meine Reise nach Madagaskar…ich freue mich so sehr !img_0037a

Viel ist gelaufen wärend des Jahres. Das Beste aber , die Hilfsgüter welche wir nach Madagaskar verschickt haben, sind alle bestens angekommen und wurden mit riesiger Freude entgegengenommen.

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Ganz viele Sanitätsstationen rund um die Hauptstadt Antananarivo konnten von dem Material profitieren. Für mich wieder einmal die Bestätigung dass vieles dass wir wegwefen, anderswo noch gut gebraucht werden kann. Ein schönes Gefühl zu hören, dass sich Menschen riesig freuen wenn sie z.B. vier neue Matratzen  bekommen.

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In drei Wochen geht es los, die Flüge sind gebucht. Mein Herz sehnt sich nach der Wärme, nach dem Duft der Vanille.

Ich freue mich auch , mein Versprechen bei I care for you endlich einlösen zu können.

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Gegen Ende der Reise werde ich auch den Arzt treffen welcher in Madagaskar für die Verteilung der Güter zuständig war. Er wird mir zeigen was es für die Menschen dort bedeutet und wie Hilfe zu bieten so viel bewirken kann.

Liebe Grüsse in die Welt

Andrea

 

 

 

 

Material ist unterwegs

•April 25, 2016 • Schreibe einen Kommentar

Geschafft…bei strömendem Regen konnten wir am 14.April die Hilfsgüter für Madagaskar verladen. Nun sind sie auf dem Rhein unterwegs nach Antwerpen, werden dort umgeladen auf die MSC Lauren und am 30.April legt das Schiff ab mit Zielhafen Tamatave in Madagaskar. Erwartete Ankunft etwa einen Monat später.

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Vielen lieben Dank euch allen die mitgeholfen haben.

Ein ganz grosses Dankeschön  für die Spenden, welche hier über meinen Blog eingegangen sind, sowie auch über die Crowdfoundingplattform  http://www.icareforyou.ch

denn dies hat den Transport überhaupt möglich gemacht.

Ihr seid grossartig!

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Liebe Grüsse in die Welt

Andrea

Es gibt wieder Arbeit

•März 8, 2016 • Schreibe einen Kommentar

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In unserer Gemeinde wurde ein Sanitätsposten des Zivilschutzes aufgelöst.

Ich wurde angefragt, ob ich Materialien davon für unsere Hilfsprojekte brauchen könne oder wisse wohin damit. Ansonsten würde sämtliches Material entsorgt.

Das kann man nicht zulassen!

Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es am meisten Sinn macht, diese Materialien nach Madagaskar zu bringen. Im Nordosten der Insel, oberhalb der Masoalahalbinsel in Antalaha, wird an einem neuen Krankenhaus gebaut. So werde ich wohl den grössten Teil dorthin bringen lassen. Vor allem Decken, Matratzen, Kissen, Leintücher etc. aber auch Verbandsmaterial usw. Der Rest wird an diverse Krankenstationen auf der Insel verteilt werden.

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Unterstützung bekommen wir durch das Hilfsprojekt Tsarabe-Madagaskar.

Gemeinsam kann ich weiter ein Strickprojekt im Hochland mit Wolle und Stricknadeln unterstützen. Im Hochland ist es Zeitweise unglaublich kalt. Dort habe ich einmal vor Kälte, trotz vieler Kleiderschichten kaum ein Auge geschlossen bei einer Zeltübernachtung. Wer mehr über das Strickprojekt wissen möchte, siehe unter http://www.tsarabe-madagaskar.ch

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Das Geld für Wolle etc. stammt wieder von einem Schminkeinsatz. Dieses mal an einem Genossenschaftsfest. Vielen Dank euch allen für die teilweise grosszügigen Spenden.

 

So habe ich mich in den letzten Wochen  unter dem Boden verkrochen,

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( Zivilschutzanlage), habe gezählt,verpackt, Listen geschrieben was alles mit kann, Kisten gestapelt, Decken gewickelt und mir den Staub aus den Lungen gehustet. Vielen Dank Hansj für deine tatkräftige Mithilfe.

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Nun ist alles für den Weitertransport bereit, mitte April wird es abgeholt, im Schiffscontainer verstaut und ab damit nach Madagaskar.

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Der Transport dürfte sich auf etwa 2000-3000 sfr. belaufen, je nach Platz der beansprucht wird. Das Geld kann ich nicht alleine aufbringen und bin daher auf Spenden angewiesen. Über eure Mithilfe würde ich mich sehr freuen. Es wird auch eine Spendenbestätigung ausgestellt und je nach Höhe der Spende würde ich eure Hilfsbereitschaft gerne mit frischer Vanille aus Madagaskar belohnen.

Spendenkonto: Andrea Meyer-Arztmann

Postfinance 92-806867-5

IBAN: CH55 0900 0000 9280 6867 5

Vermerk: „Krankenhaus Antalaha“

Bitte Adresse angeben für den Versand der Vanille.

Mit lieben Grüssen in die Welt

Andrea

 

In Switzerland, every town has a secure shelter for its inhabitants to hide in case of war or natural disaster. Those rooms are equipped not only with beds and emergency food, but also with all potentially necessary medical supplies. We are definitively very lucky.
In my village, they recently built a new big shelter, making the old ones redundant and I found out that masses of brand new, good quality medical equipment was being discarded.
Having travelled to many third world countries and worked with various charities there, I know how much some of them are missing even clean blankets or scissors to operate – and here we had all this perfectly good equipment being surplus to requirement. I could not let it go to waste!

The council allowed me to take everything free of charge, as long as I was taking it off them quickly. So my husband and I spent the next few weeks underground, sorting, counting, calculating and wrapping. And now all the equipment is packed up and ready to be shipped (currently sitting in our living room!)
There is a new hospital being built in Antalaha, in the North of Madagascar, a poor but beautiful country I have had the chance of visiting many times. We would like to donate the majority of the goods (mainly blankets, cushions, mattresses, bandages and towels) to this hospital project and distribute the remaining equipment to various infirmaries all over the island. We will work with the charity Tsarabe-Magagascar (www.tsarabe-madagascar.ch) who have a lot of local contacts and knowledge, to ensure the goods go to the places where they are most needed.

Now everything is packed up, the shipping is booked and the goods will be picked up and loaded unto a shipping container mid April. However, the equipement is big and heavy, and we can unfortunately not afford to pay for the shipping by ourselves. I would be very grateful for your help towards this project and there may even be some fresh Madagascar vanilla in it for you 🙂

Andrea Meyer-Arztmann

Postfinance 92-806867-5

IBAN: CH55 0900 0000 9280 6867 5

for „hospital Antalaha“

Thank you so much

Nilantha

•Mai 18, 2015 • 1 Kommentar

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Mit Bus und Tuk Tuk fahren wir nach Hikkaduwa, ich will noch jemanden besuchen, der mir sehr am Herzen liegt. Nilantha, der schwerst körperlich und geistig behinderte Junge, der bei meinem letzten Aufenthalt 2012 im Baby-Waisenhaus in einem kleinen Gitterbett lag, dünn und in sich gekehrt, die Umwelt kaum noch wahrnehmend. Damals dachte ich, dass es es nicht schaffen würde…

Irgendwann erreichte mich eine Nachricht von Jöelle ich solle mal im Internet auf die Seite des Manacare Projektes ( http://www.manacare.org.uk ) gehen. Dieses Projekt wurde speziell für behinderte Menschen aufgebaut. Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen, da war Nilantha im Pool zu sehen, strahlend vor Glück.

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Nun denn, da war ich jetzt und durfte ihn besuchen. Er hat ein lilafarbenes Häuschen bekommen, eine eigene Pflegerin kümmert sich liebevoll um ihn.

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Er liegt in seinem Bett und guckt TV. Gewachsen ist er, ein junger Mann geworden (er ist 18 Jahre alt). Leider sind seine Beine so verkümmert, das er sie nicht mehr benutzen kann und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Er freut sich sehr über den Besuch und lacht und lacht und lacht… Ja Nilantha auch du hast ein Recht zu leben.

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Ein Besuch am Strand,  etwas für die eigene Seele tun gehört auch dazu.

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Liebe Grüsse in die Welt

Andrea

Wajira

•Mai 5, 2015 • Schreibe einen Kommentar

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Heute soll Wajira, die kranke Lehrerin, auf Besuch in den Kindergarten kommen.

Wenn Menschen extra aus der Schweiz anreisen um mich zu besuchen, dann schaffe ich es auch zu „meinen Kindern“, lässt sie mir mitteilen. Ich bin aufgeregt, als das Tuk-Tuk die enge Gasse hochkommt und Wajira gestützt auf zwei Helfer zur Türe herinkommt. Vor Schmerzen kann sie kaum mehr gehen. Wieder fliessen die Tränen…

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Diese wundervolle Frau, die seit zwanzig Jahren ihr Leben für die Strassenkinder gegeben hat, strahlt immer noch etwas Besonderes aus und ihr Lächeln ist ungebrochen.

Wir liegen uns in den Armen… wie unglaublich schön diesen Menschen nochmals sehen, hören und spühren zu dürfen.

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Die Kinder singen ihr ein Lied und es dauert nicht lange,da stimmt sie in den Gesang mit ein. Speziell für mich singt sie das Lied Golumbello, die Geschichte einer kleinen Schnecke. Ihre Stimme ist so klar und rein wie die eines Engels.

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Eine Stunde später muss sie sich von uns verabschieden, sie ist erschöpft und muss auch noch ins Krankenhaus. Ich bin voller Emotionen.

Ich werde mir Mühe geben wieder mehr zu lächeln… hier im Land des Lächelns ist mir bewusst geworden dass ich es verloren habe. Die Menschen hier und insbesondere Wajira hat mich geleert auch in dunklen Tagen niemals das Lächeln zu verlieren, dafür bin ich dankbar..

Liebe Grüsse in die Welt

Andrea

Sri Lanka ruft …

•Mai 5, 2015 • Schreibe einen Kommentar

IMG_2718Ein trauriges und anstrengendes Jahr liegt hinter mir… meine Resourcen ziemlich down… da erreicht mich unerwartet eine Email aus Sri Lanka. Janaka de Silva, der Manager des Volunteer Sri Lanka Projektes schreibt mir, dass Wajira, die Kindergärtnerin der Street Children, schwer erkrankt sei und die Ärzte nicht wüssen, wie lange sie noch zu leben habe. Diese traurige Nachricht hat mich wachgerüttelt und mir in Erinnerung gerufen, dass es mehr gibt als „nur“ meine eigenen Sorgen.Wie gerne möchte ich sie einmal noch in den Arm nehmen…

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Kurzfristig habe ich geplant, organisiert und Flüge gebucht und nun ist es soweit, ich fliege nach Colombo Sri Lanka.

Die Liebe, die mir bei der Ankunft entgegenschlägt ist absolut überwältigend, Träne fliessen auf allen Seiten. Jöelle meine Volunteer-Freundin aus meinem Arbeitseinsatz im 2010 ist seit einigen Tagen ebenfalls hier. Zufall oder doch eher Schicksal, dass wir uns gerade hier wieder treffen ???

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Unsere „Dachvilla“ ist auch schon bezugsbereit… wie schön wieder hier zu sein.

Eigentlich wollte ich ja nicht herkommen um zu arbeiten, aber manchmal…

Wir machen einen Kurzbesuch im Senehasa Girlshome. Vier Volunteers unterrichten gerade Mathematik und die Mädchen scheinen wirklich etwas lernen zu wollen und sind mit Eifer dabei. Das ist super und freut mich zu sehen.

Dann ins Ruhuna Orphanage, dieses staatliche Waisenheim  ist wohl das grösste Sorgenkind des Projektes. Leider muss ich feststellen, dass sich hier die Zustände seit meinem letzten Besuch wieder verschlechtert haben. Die damals eingerichtete Spielecke für die Krabbelkinder ist einfach wieder verschwunden, in dieser Ecke stehen nun Babybettchen. Die grösseren Kinder die schon laufen können, sind wie eh und je in einer Art Gatter eingesperrt. Keine Anzeichen von Spielzeug ( weil um alles gestritten wird). So müssen sich die bedauernswerten Kleinen mit „Nichts“ zufriedengeben. Streicht man ihnen liebevoll übers Gesicht werden sie ganz ruhig und geniessen die Berührungen, die Zuneigung… es fehlt ihnen so sehr an Liebe!

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Es geht immer mal aufwärts mal abwärts und wirkliche, nachhaltige Verbesserungen hat es in all den Jahren leider nicht gegeben, das ist  traurige Realität.

Liebe Grüsse in die Welt

Andrea